Die Entstehung des Glücksleuchter

Irgendwann änderte sich mein Leben. Eins der Resultate war, dass ich fand, dass ich dem Leben was zurück geben sollte. Mein erster Ansatz war Geld. Ich hab mir also was überlegt, wo man mit Geld etwas Nützliches für das Leben erreichen könnte und dann hab ich zum Teil gespendet, zum Teil Leute und Aktionen unterstützt, was man halt so macht. Das Problem war, dass ich immer nur mit dem "Abfall" arbeiten konnte. Ich hab nicht viel Geld und um etwas geben zu können, was wirklich einen Unterschied macht, muss ich richtig sparen. Aber egal wie sehr ich mich da auch anstrenge, es blieb unbefriedigend. Schon bald kam mir der Gedanke, dass es besser wäre, nicht "hinten" zu handeln, halt mit dem was mir mein Leben übrig lässt, sondern vorne, wo meine meine Kreativität und mein Idealismus sitzt und wo meine Arbeit einen eigenen Wert schafft. Resultat dieser Überlegung war, dass ich mein Denken geändert habe. Da wo ich mich früher gefragt habe, "Warum soll ich jemanden helfen?", frage ich mich heute, "Warum soll ich es nicht tun?". Damit helfe ich aber im Wesentlichen Freunden, Menschen und Tieren um mich rum. Aber mir fehlte immer noch der zündende Gedanke. Dann kam mir der Zufall zur Hilfe.

Das Tor und die Schmiede

Bereits 2010 fasste ich den Gedanken an meiner eigentlichen Grundstücksgrenze ein neues Tor zu bauen. Da ein solches teuer ist (siehe oben "Nicht viel Geld") entschloss ich mich, es selber zu machen. Und da ich schon immer vom Schmieden fasziniert war, lag es nah, mir eine Schmiede einzurichten. Ich hab mir also im Frühjahr 2010 einen 180 kg Amboss und eine Esse günstig gebraucht gekauft und erstmal voller Enthusiasmus in den Garten gestellt. Mein Leben ist ziemlich voll, also blieb beides bis Sommer 2012 da stehen. Erst da hab ich mir dann den Platz für eine Schmiede geschaffen. Ursprünglich wollte ich mein Tor und danach dann Kochmesser schmieden. Als mein Hufschmied dann hier war, um meine Pferde zu versorgen, hat er mich mit einigen alten Feilen und einer Kiste Hufeisen versorgt. Zum üben halt. Die ersten Versuche hab ich dann mit ein paar alten Stabeisen unternommen. Irgendwie tat es mir zu Leid, einfach so die Hufeisen zu verschmieden. Ich hab seit meiner Jugend mal mehr mal weniger mit Pferden zu tun und hab irgendwie beim Thema Hufeisen sentimentale Gefühle - sind doch eigentlich Glücksbringer. Ich überlegte mir, dass man wenn schon, dann was Nützliches draus schmieden müsste, so dass das Glück erhalten bliebe. Ich koche auch sehr gerne (und wohl auch sehr gut) und ich mag sehr hohe Kerzenleuchter, die am Tisch den Blick auf den Gegenüber freilassen. Also hab ich mir als erstes einen Kerzenleuchter aus 4 Hufeisen geschmiedet. Und als ich dann voller Stolz auf mein erstes sinnvolles Schmiedeergebnis blickte: Den Kerzenleuchter aus Glücksbringern, da knallte es plötzlich in meinem Kopf. Glückskerzenleuchter (so hießen sie zuerst) das wärs, ich schmiede Leuchter für Sommerfeste und Tage der offen Tür von wichtigen Dingen die Geld brauchen, wie dem Kinderhospitz Sonnenblume in Aachen (dazu später mehr). Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Ideen kamen mir. Aus den Glückskerzenleuchter wurden die Glücksleuchter und aus den Festen wurden Versteigerungen. Und aus einem wurden Tausend.

Die Mission

1.000 Glücksleuchter für ein Leben. Wenn ich jede Woche einen mache, dann brauch ich 20 Jahre für das Projekt. Und wenn alle eine neue Heimat finden, dann gibt es 1.000 Menschen die Glück(sleuchter) empfangen haben und die jeden Tag daran erinnert werden, dass man etwas tun kann um diese Welt ein bißchen besser zu machen. Das wars, das Ding was ich so lange gesucht hatte. Das Glücksleuchter-Projekt ist genau mein Ding.

Der Plan

Sobald ich jetzt alles beieinander habe soll jede Woche ein Glücksleuchter entstehen, dieser wird dann nummeriert und gestempelt, hier mit Foto veröffentlicht, ein Verwendungszweck des Kaufpreises ausgesucht und für 1,- € bei hood eingestellt. Der Kaufpreis geht dann nach Geldeingang direkt und in voller Summe an das vorher festgelegte Projekt und wird hier bei dem Glücksleuchter vermerkt. Diese Seite soll also auch Dokumentation für das Projekt werden. Man soll beim tausendsten Leuchter genau nachschauen können, wo jeder einzlene Leuchter hingegangen ist und was mit dem Verkaufserlös geschehen ist.

Der erste Leuchte ist schon gebaut und numeriert (GL001) jetzt muss ich noch warten bis der Stempel mit dem Wappen fertig ist, dann kann er fertig gestellt werden und es kann los gehen. (Stand März 2013) Das erste Projekt liegt mir sehr am Herzen. Meiner Meinung nach kann man Leben als Produkt von Lebenszeit mal Intensität beschreiben. Wenn man also früher stirbt, dafür aber intensiver gelebt hat, dann ist das in Ordnung. Jetzt gibt es aber Kinder die auf Grund einer Erkrankung eine verkürzte Lebenserwartung haben. Das alleine ist schon schlimm. Wenn ich an meine Jugend denke, dann war das, was mich am meisten beschäftigt hat und was mir "Intensität" für mein Leben gegeben hat, die Parties mit meinen Freunden. Einige dieser Kinder, die nun ohnehin ihr ganzes Leben in viel weniger Zeit pressen müssen, können nun noch nicht mal ordentliche Parties feiern, weil sie auf Grund ihrer Erkrankung zum Teil zusätzlich auf ziemlich umfangreiche Hilfsmittel (zB Rollstühle) angewiesen sind und es dadurch schlicht an Platz mangelt. Das Kinderhospiz Sonnenblume möchte dem Abhilfe schaffen (http://www.wir-fuers-kinderhospiz-sonnenblume.de/?page_id=83) und ich möchte dabei helfen. Ich hab schon was getan, aber nun möchte ich die nächsten Glücksleuchter dem Kellerumbau des Hospizes widmen, damit das Projekt nicht nur realsiert, sondern halt so schnell wie möglich realisiert wird. Zeit wird um so kostbarer je weniger man davon hat.

Dieter Brandenburger

Dieter Brandenburger

Im Januar 1966 in Bardenberg bei Aachen geboren. Als Einzelkind in Alsdorf aufgewachsen. 1985 dort Abitur gemacht und nach 15 Monaten Grundwehrdienst im Herbst 1986 das Studium der Elektrotechnik und Informatik an der RWTH Aachen aufgenommen. Vordiplom hab ich irgendwie noch gemacht und dann wird es chaotisch. Unternehmensberatung, Prokura, Geschäftsleitung, Vorstand einer AG mit 15 Mitarbeitern. Aachen, Düsseldorf, Berlin, Jeddah, Hong Kong, Welmington. Auf die Nase gefallen bin ich auch, hat mich gelehrt, dass hinfallen nicht so schlimm ist, so lange man einmal mehr aufsteht als hinfällt. Seit 2007 bin raus aus dem RatRace und arbeite brav als Angstellter und freu mich darüber das mein Leben in geordneten Bahnen verläuft. 2 Hunde, 2 Pferde, 2 Schafe, 1 Katze, leider keine Kinder und 25.000 m² Land.